| Orthophoto und Orthophotomosaik |
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Was ist eigentlich ein Orthophoto? Wird die Zentralprojektion der Bildebene in die Orthogonalprojektion einer Objektoberfläche transformiert, spricht man von einem Orthophoto. Für den Fall der Aerophotogrammetrie entspricht die Objektoberfläche der Oberfläche der Erdkrümmung, d.h. die durch eine Befliegung gewonnenen Bilder werden geometrisch entzerrt und auf die entsprechende Kartenprojektion, z.B. Gauß-Krüger, abgebildet. Die Entzerrung erfolgt auf Basis eines digitalen Höhenmodells (DHM) der Erdoberfläche sowie durch die Ergebnisse der Aerotriangulation. Letztendlich erhält man ein georeferenziertes Abbild der Erdoberfläche. Durch diese Technologie ist man in der Lage eigenständig 2D-Messungen in den Bildern vorzunehmen. Grenzen der Messung aus Orthophotos bestehen z.B. in der Erfassung von Gebäuden, da hier der Bildsturz der Objekte zu berücksichtigen ist. Die 3D-Messungen an Stereoplottern können Orthophotos somit nicht ersetzen. Was ist eigentlich ein Orthophotomosaik? Werden die durch ein DHM entzerrten und georeferenzierten Einzelbilder "zusammengesetzt" (mosaikiert) spricht man von einem Orthophotomosaik. Die Einzelbilder werden dabei nicht nur geometrisch, sondern auch radiometrisch korrigiert, d.h. es werden z.B. Kontrastanpassungen vorgenommen. Ist Auflösung alles? Diese Frage wird hier bewußt hervorgehoben. In zahlreichen Kundengespächen wird uns immer wieder die Frage gestellt, wie hoch die optimale Bodenpixelauflösung für den jeweiligen Einsatzzweck sei. Dabei wird nicht selten eine maximale Detailerkennbarkeit gefordert. Die Qualität eines Orthophotos hängt allerdings nicht von der Auflösung allein ab. Entscheidendes Kriterium ist vielmehr die Güte des verwendeten digitalen Höhenmodells, da sich Höhenfehler im DHM als Lagefehler im Orthophoto auswirken. Gerade für ein Orthophotomosaik ist ein genaues DHM wichtiger als die maximale Auflösung. Welchen Vorteil bringen kleinste Pixelgrößen und somit Bodenauflösungen, wenn diese ungenau auf die Kartenprojektion abgebildet werden? Eine höhere Interpretationsfähigkeit wird unzweifelhaft damit erreicht, die Positionsgenauigkeit der Pixel beeinflußt dies jedoch nicht. Letztlich spielt auch die verwendete Farbtiefe (8bit - 24bit) eine erhebliche Rolle bei der Qualitätseinordnung von Orthophotos. Grundsätzlich gilt: Definieren Sie die von Ihnen benötigte Bodenauflösung in dem für den Anwendungszweck sinnvollen Zielmaßstab. Verwendungsmöglichkeiten von Orthophotos Orthophotos sind für eine Vielzahl von Anwendungen einsetzbar. Dies reicht von einfachen Bestandsdokumentationen durch das Orthophoto bis zur Verwendung in Geographischen Informationssystemen (GIS). Die Vorteile von Orthophotos sollen hier kurz dargestellt werden:
Somit ist der Einsatz von Orthophotos praktisch unbegrenzt. Bisher bestehende Grenzen durch Limitierungen in der Leistungsfähigkeit von EDV-Systemen werden durch immer schnellere und dabei günstigere Systeme außer Kraft gesetzt. So ist es heute problemlos möglich, auch ganze Gemeindegebiete flächendeckend über ein Orthophotomosaik abzubilden. Georeferenzierte Luftbilder können aber auch für einzelne planerische Aufgabenstellungen verwendet werden, bei denen eine höhere Detaildarstellung gefragt ist. Es ist auch möglich, Kombinationen unterschiedlicher Orthophotomaßstäbe in entsprechenden Softwaresystemen als Imagekatalog zu verwalten. Vorstellbar sind Orthophotomosaike in geringerer Auflösung als Grundlage von GIS-Systemen mit parziellen Darstellungen in höherer Auflösung, z.B. in Kernbereichen. |